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Begriff Definition
Generalvollmacht

Eine Generalvollmacht kann zu einer Vertretung in allen Angelegenheiten ermächtigen. Auch im Notfall kann dadurch der Bevollmächtigte über Bankkonten oder andere Vermögenswerte verfügen und insbesondere die damit verbundenen finanziellen Angelegenheiten regeln. Die Generalvollmacht ermöglicht es dem Bevollmächtigten unter anderem auch, Verfahren mit Behörden oder Versicherungen abzuwickeln.

Allerdings müssen bei der Generalvollmacht wichtige Ausnahmefälle beachtet werden: Eine Generalvollmacht berechtigt den Bevollmächtigten nicht zur Zustimmung oder Verweigerung ärztlicher Untersuchungen und medizinischer Eingriffe. Der Bevollmächtigte kann auch nicht über die Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung entscheiden oder Befugnis zur Organspende erteilen bzw. verweigern. In diesen Fällen, so verlangt es das Gesetz, muss eine schriftliche Vollmacht diese Befugnisse ausdrücklich enthalten. Eine standardisierte Generalvollmacht genügt dafür nicht.

Wünsche und Bedürfnisse, die auch im Falle gesundheitlicher Veränderungen, die die eigene Entscheidungsfähigkeit einschränken, gelten sollen, können in einer Vorsorgevollmacht geäußert werden. Es ist ratsam, die Vorsorgevollmacht in Verbindung mit einer Patientenverfügung aufzusetzen, in der Sie vorab über etwaige medizinische Maßnahmen entscheiden können. Entsprechende Formulare für Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung können Sie bei unserem Beratungs- und Schulungsteam erhalten. 

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Gesetzliche Pflegeversicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung bietet als Pflichtversicherung den Betroffenen im Fall einer PflegebedürftigkeitHilfe in Form von Pflegegeldzahlungen oder Pflegesachleistungen. Zusätzlich können finanzielle Zuschüsse für Pflegehilfsmittel oder Umbauten im Rahmen einerWohnraumanpassungbeantragt werden. Die Art der Unterstützung hängt vom Grad der Pflegebedürftigkeit ab. Laut dem 11. Sozialgesetzbuch ist die soziale Pflegeversicherung der gesetzlichen Krankenversicherung angegliedert.

Der monatliche Beitrag für gesetzlich Pflegeversicherte richtet sich nach dem Einkommen. Wird ein Versicherter pflegebedürftig und nimmt die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung in Anspruch, muss er dennoch seine Pflichtbeiträge zahlen.  

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Grundpflege

Im 11. Sozialgesetzbuch steht, welche pflegerischen Tätigkeiten die Grundpflege umfasst. Darunter fallen alle pflegerischen Maßnahmen, die mit der Körperpflege, der Ernährung und der Mobilität des Betroffenen zu tun haben.

Im Rahmen der Körperpflege unterstützen die Pflegekräfte den Betroffenen beim Waschen, Duschen und Baden. Die Zahnpflege zählt ebenso dazu wie das Kämmen, Rasieren oder die Hilfe beim Toilettengang.

Im Bereich Ernährung bereitet das Pflegepersonal dem Pflegebedürftigen die Mahlzeiten zu und unterstützt ihn bei der Nahrungsaufnahme.

Die Hilfe beim Aufstehen und Hinlegen, aber auch das An- und Ausziehen betrifft den Bereich der Mobilität. Des Weiteren fallen laut § 14 SGB XI Laufen, Stehen, das Steigen von Treppen und das Verlassen sowie das Wiederaufsuchen der Wohnung darunter.

Verrichtungen wie die Gabe von verordneten Tabletten, das Wechseln von Verbänden oder das Spritzen von Medikamenten zählen nicht zur allgemeinen Pflege. Auch Pflegemaßnahmen mit medizinischem Hintergrund fallen nicht in den Bereich der Grundpflege.

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Gutachten

Das Gutachten bzw. Pflegegutachten ist die Grundvoraussetzung für die Zuteilung des Pflegegrades. Stellt ein Betroffener einen entsprechenden Antrag, beauftragt die zuständige Pflegekasse den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) mit der Erstellung eines Gutachtens. Bei knappschaftlich Versicherten übernimmt diese Aufgabe der Soziale Medizinische Dienst (SMD).

Die Gutachter prüfen im Rahmen ihres vorab angemeldeten Hausbesuches, ob eine Pflegebedürftigkeit des Antragstellers besteht und wie viel Zeit die Pflege in Anspruch nimmt. Daraus ergibt sich die Höhe der Leistungen, die die zuständige Pflegekasse dem Versicherten gewährt.

Das Gutachten betrachtet die Bereiche Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung. Existiert ein Pflegetagebuch, fließen diese Daten in die Beurteilung ein. In der Regel muss sich der Antragsteller einer körperlichen Untersuchung durch eine Pflegefachkraft oder einen ärztlichen Gutachter unterziehen. Wenn der Antragsteller durch die Mitarbeiter eines ambulanten Pflegedienstes betreut werden möchte, erfolgt die medizinische Begutachtung im privaten Wohnumfeld. Wird der Antrag auf Übernahme der Pflegekosten für eine vollstationäre Betreuung gestellt, findet die Untersuchung in der jeweiligen Einrichtung statt.

Der Gutachter empfiehlt in seinem Abschlussbericht der zuständigen Pflegekasse, ob der festgestellte Pflegeaufwand die Einordnung in einen Pflegegrad rechtfertigt. Bei einem positiven Urteil gibt er gleichzeitig Anregungen, welcher Pflegegrad in Frage kommt und ob die Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst oder durch einen Angehörigen sinnvoll ist.

Unser Beratungs- und Schulungsteam informiert Sie dazu gern und begleitet auf Wunsch die Begutachtung.

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